Jenbachtaler besiegeln Patenschaft mit Auerberger-Hocheck

Über viele Jahre verbindet die beiden Trachtenvereine GTEV „D´Jenbachtaler“ Bad Feilnbach und GTEV „D´Auerberger-Hocheck“ ein vorbildliches nachbarschaftliches Verhältnis. Sie pflegen gegenseitige Besuche bei Veranstaltung im Sinne bodenständiger Trachtensach. Seit alters her bestehen ebenso private Beziehungen zwischen den „Auerbergern“ vom „Oberlandler Gauverband“ und den „Jenbachtalern“, die dem „Gauverband I, Traunstein“ angehören.

Diese traditionsreiche Partnerschaft besiegelten die beiden Vorsitzenden, Sebastian Gasteiger von den „D´Jenbachtalern“ und Peter Hagnberger von den „d´Auerberger-Hocheck“ als künftige „Patenschaft“. Ein großes Aufgebot an Trachtlern aus beiden Vereinen traf sich zu einer gebührenden Feier mit bestätigter Urkunde im großen Biergarten des 903 üNN gelegenen Bergasthofs „Hocheck“ am Auerberg in der Gemeinde Fischbachau. Vom patenbittenden Verein wohnten Ehrenvorsitzender Sebastian Gasteiger (Leal-Wast), sämtliche Ehrenmitglieder, sowie Vereinsmitglieder und die „Aktiven Plattler“ bei. Auch von der Auerberger Seite fand sich eine große Anzahl an Mitgliedern zur Gründung der Patenschaft ein. Sie hatten neben den schmucken „Aktiven“ auch ihre Kinder- und Jugendgruppe mitgebracht, die mit bodenständigen Tänzen und Plattlern den Abend ihre Aufwartung machten. Musikalischer Begleiter war das Quintett der „Auerberger Tanzlmusi“, welches für einen würdevollen Empfang der einmarschierenden Bad Feilnbacher Gäste sorgte.

Eigentlicher Anlass zur Gründung einer Patenschaft war für den GTEV „D´Jenbachtaler“ Bad Feilnbach die Beschaffung einer neuen Vereinsfahne, wie ihr Vorsitzender Gasteiger erklärte. Sie soll zum 140-jährigen Vereinsjubiläum im nächsten Jahr beim Festgottesdienst mit geistlichem Segen versehen, feierlich ihrer Bestimmung übergeben werden und ersetzt jene Fahne die 1961 geweiht wurde und in die Jahre gekommen ist. Eine Restaurierung ist nach Feststellung und Gutachten der Fahnenstickerei Jaeschke und Zwislsperger in Englsberg sehr aufwendig und nicht mehr möglich. Eine Ersatzbeschaffung sei wesentlich günstiger.

Wie Gasteiger, in Bad Feilnbach auch „Schutzä“ genannt, in seinem Prolog erläuterte, sei es „guada Brauch und Sitt“ für die Weihe einer neuen Fahne einen „Göd“ (Paten) und Patenverein zu suchen. Dieser ziert nach göttlichem Segen mit einem „Patenbandl“ die neue Vereinszierde, der in treuer Verbundenheit, Miadadirndl, Schalkfrauen, Burschen und Manda in ihrer Tracht folgen.

Die Entscheidung einer Patenschaft mit den „Auerberger Trachtlern“ unter dem Leitspruch „Mög uns Gottes weises Walten – Heimat, Tracht und Sitt erhalten!“, fiel geschlossen im Ausschuss der „Jenbachtaler“.

Wie der Vorsitzende der Auerberger, Peter Hagnberger in seiner Laudatio betonte, gebe es nach dem Wechsel vom „Gauverband I“ zum „Oberland Gauverband“ im Jahre 1946 keinen anderen oder weiteren Paten. Umso mehr freue es ihm, seinem Vorstand und seinen Vereinsmitgliedern eine Patenschaft mit dem Nachbarverein aus dem Unterland zu übernehmen und der Ehre in kameradschaftlicher Verbundenheit entgegenzukommen.

Da im Oberland nicht gebräuchlich, gab es keinen „Kniefall“ über Holzscheiter, sondern Quizfragen zur Patenwürdigkeit der Anfragenden aus Bad Feilnbach. Korrekte Antworten gab es zur „Laterndl-Mass“ als Lieblingsgetränk der Auerberger, ihrem Gründungsjahr 1910 und ihrer genauen Bezeichnung, sowie Name der Verbindungsstraße von Bad Feilnbach nach Hundham. Eine Herausforderung in Sachen Plattler hatte sich Florian Hofer, 1. Vorplattler für die Aktiven aus Bad Feilnbach ausgedacht. Sie mussten den „Gauplattler“ einschließlich Dirndldrahn mit abwechselnd tanzen, plattln und ausdrehen in drei Durchgängen bewältigen. Am Schluss meinte Vorplattler Hofer, könnten gemeinsame Plattlerproben bei den Auerbergern dienen, Feinheiten mit seinen Dirndl und Burschen abzustimmen.

Intensiviert wurde das Patenbitten beim geselligen Beisammensein mit Gedankenaustausch.

Text & Bild: Peter Strim