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Neu in Bücherei Bad Feilnbach: Trostkoffer bietet Unterstützung im Trauerfall – Finanzierung durch Spende des Trachtenvereins

Ab sofort gibt es in der Bücherei Bad Feilnbach ein neues Angebot, das sich speziell an Familien mit Kindern und Jugendlichen richtet, um in Trauersituationen zu unterstützen: Der Trostkoffer wurde auf Impuls von Herrn Pfarrer Kögler von einer kleinen Projektgruppe aus dem Bibel-Hauskreis und Näherinnen des Trachtenvereins D´ Jenbachtaler für die Gemeinde Bad Feilnbach umgesetzt. Zielgruppe dieses unterstützenden Angebots sind Familien mit Kindern im Alter von 3 bis 15 Jahren. Die Trauersituationen können dabei unterschiedlich sein. Es kann die Oma verstorben sein, ein Elternteil oder auch ein Geschwisterkind. Damit sollen die Trauernden in dieser schwierigen Situation nicht alleine gelassen werden. „Trauer braucht Ausdruck, nicht nur Worte“. Der Trostkoffer soll Familien helfen, in das Gespräch und auch wieder ins Tun zu kommen. Um gemeinsam zu weinen, zu basteln und sich an schöne Momente zu erinnern.

Wenn die Familien den Koffer mit ihren Kindern öffnen, wird ihnen als erstes der Engel Charli auffallen. Der Engel Charli ist eine Art Trostpuppe und darf in der Familie bleiben. Eine begeisterte Näherin hat ihn entworfen und dazu eine ausführliche Nähanleitung angefertigt. Das Material für den Engel Charli wurde von der Erzdiözese München Freising bereitgestellt. Für unsere Gemeinde haben sich engagierte Näherinnen des Bad Feilnbacher Trachtenvereins getroffen und die Puppe Charli in liebevoller Handarbeit angefertigt.

Weiter zu finden ist in dem Koffer ein Begleitheft. Darin zusammengestellt sind viele Sachinformationen zu diesem sensiblen Thema und einige praktische Tipps, die helfen können, Trauer auszudrücken und miteinander zu teilen. Ebenso finden sich darin Kontaktdaten der gemeindlichen Seelsorger und weiterer Ansprechpartner im Trauerfall.

Natürlich finden sich viele Bücher in dem Koffer: Für die Kinder sind es Bilderbücher zum Thema „Gefühle“ und Bücher, die zum jeweiligen Todesanlass passen. Für die Eltern gibt es dazu Sachbücher zum Umgang mit Tod und Trauer in der Familie. Durch die Auswahl der Bücher sollen möglichst alle Altersgruppen angesprochen werden und neben ganz speziellen Themen, die vielleicht nicht so häufig vorkommen, vor allem Familien, die Oma oder Opa gehen lassen müssen, unterstützen.

Das Projektteam hat die „Standard“-Version des Trostkoffers auch ein wenig angepasst und für Bad Feilnbach erweitert: z.B. finden sich in dem Koffer christliche Gebetskarten sowie weitere kreative Trostspender,  ein Kerzenrohling mit Wachsplatten, um eine Trauerkerze zu gestalten, „Vergissmeinnicht“-Blumensamen, um das Grab zu bepflanzen und ein kreativ gestaltetes Erinnerungs- und Trauertagebuch, um auch Jugendlichen und älteren Kindern eine Gelegenheit zu geben, Trauer und Gefühle auszudrücken.

Dem Anlass entsprechend zusammengestellt und ausgegeben wird der Trostkoffer künftig vom Team der Bücherei Bad Feilnbach. Der Koffer und die Bücher werden ausgeliehen, die weiteren Trostspender dürfen behalten werden. Eine Büchereimitgliedschaft ist nicht notwendig, es sollen alle Familien im Gemeindebereich die Möglichkeit zur kostenfreien Ausleihe bekommen und dieses seelsorgerische Angebot annehmen können.

Finanzierung durch Spende des Trachtenvereins D`Jenbachtaler:

Der Vorstand des Trachtenvereins Sebastian Gasteiger war begeistert von der Idee „Trostkoffer“ und stellte mit seinem Verein eine großzügige Spende für die Fachbücher, Ausleihkoffer und Materialien in Höhe von 500 Euro der Bücherei zur Verfügung. Viele engagierte Helferinnen haben sich mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten eingebracht und in einem gemeinschaftlichen Projekt den Trostkoffer lebendig werden lassen.

Die Idee und das Konzept des Trostkoffers wurde von der Religionslehrerin Stefanie Witte aus Bischofswiesen und dem Pastoralreferenten Martin Kienast aus Berchtesgaden entwickelt und im Jahr 2022 mit dem Bonifatiuspreis für innovative Pastoral ausgezeichnet.

Nun liegt es an uns allen dieses Angebot zu nutzen und in Anspruch zu nehmen. Seelsorger, Lehrer, Nachbarn, Freunde und Verwandte können den Koffer ebenso ausleihen wie betroffene Familien selbst.